Behrendt und Partner Zahnärzte Berlin Wittstock

Sauberkeit der Zähne, guter Geschmack und Zahnerhaltung – zu allen Zeiten ein Thema

Die Geschichte der Zahnheilkunde – ein Zwischenruf von Dr. Axel Görlich, Berlin

Die Zähne beschäftigen die Menschen seit Urzeiten. Zähne sind wertvoll, sie sichern das Überleben. Zähne putzen und pflegen gilt als wichtige Kulturtechnik.

Zahnpasta oder Pulver

Panta rei – alles fliesst, auch die Fragen rund um die Pflege der Zähne. Gerade heute wird diskutiert, ob und wie die Zusetzung von Fluoriden, die in manchen Fachkreisen umstritten sind, sinnvoll ist. Der Mensch des 21. Jahrhunderts ernährt sich anders als die Generationen vor ihm. Zucker ist inzwischen überall in der Nahrung und so wirken die Floride den Folgen des Zuckerkonsums entgegenwirken.

Es gibt auch heute wieder Entwicklungen weg von der klassischen Zahnpasta, da die schädlichen Emulgatoren, die man braucht um die Paste herzustellen, in einer Trockensubstanz (Pulver, Tabletten) nicht benötigt werden.

Lange wurde auch einfaches Meersalz verwendet, welches heute noch in einigen Zahnpasta-Arten Anwendung findet und das ist auch sinnvoll,
weil es Zahnfleischentzündungen entgegenwirkt.

Zahnpulver als Vorläufer der Zahnpasta

Vor der Erfindung der Zahnpasta war Zahnpulver en vogue. So belehrt ein Lexikon 1854: Das ist ein Zahnpulver, womit man die Zähne abreibt, um sie zu reinigen. Zur Anwendung eines Zahnpulvers kann man sich einer weichen Zahnbürste, eines Läppchens oder eines feinen Schwammes bedienen. Bei Anwendung der Zahnbürste reibe man nicht zu stark und bürste die oberen Zähne abwärts, die untern aufwärts, nicht der Quere nach. Diese Beschreibung des Reinigungsvorgangs ist treffend, zumal heute noch in der zahnärztlichen Behandlungspraxis Pflegefehler und falsche Handhabung der Zahnbürste Probleme aller Art verursachen.

Zahnpulver – tägliche Anwendung vermeiden?

Die weiteren Tipps verblüffen aus dem Lexikon verblüffen: Der Gebrauch des Zahnpulvers sollte im Allgemeinen nicht täglich stattfinden, sondern nur nach Bedürfnis, als es die Reinigung der Zähne erheischt. Und in diesem Falle sollte man sich immer sehr vorsehen, dass das Zahnpulver nicht Substanzen enthalte, welche den Schmelz der Zähne durch mechanische oder chemische Wirkung anzugreifen vermögen. Viele käufliche Zahnpulver enthalten gebrannte Knochen oder andere mechanisch stark eingreifende Substanzen. Hierdurch werden sie allerdings sehr wirksam, indem sie die Unreinigkeiten schnell abreiben, aber zum gewöhnlichen Gebrauche ganz verwerflich, da die Zähne unfehlbar dadurch leiden. Nur wenn es gilt, eine etwas starke Ablagerung von Weinstein zu beseitigen, können sie Anwendung finden, müssen aber nach erreichtem Zwecke wieder außer Gebrauch gesetzt werden.

Zahnpulver – selber herstellen – Tipps von 1854

Das einfachste und zweckmäßigste Zahnpulver möchte immer gepulverte Kohle bleiben, da sie mehr als jedes andere Pulver die Eigenschaft hat, die Unreinigkeiten und zugleich den etwaigen Übeln Geruch der Zähne ohne schädliche Nebenwirkungen zu beseitigen. Man kann eine gut ausgebrannte, sorgfältig von Asche befreite Kohle aus jedem beliebigen Holze vom Herde oder aus dem Ofen dazu verwenden, auch sich das Pulver in der Apotheke bereiten lassen. Neuerdings empfiehlt man Buchdruckerschwärze. Ein unschädliches und nützliches Zahnpulver ist auch das aus gedörrter und gerösteter Brotrinde.

Zahnbürstenbaum

Die Menschen haben schon immer technische Hilfsmittel genutzt. Der Zahnbürstenbaum, der in Nordafrika und Asien zu Hause ist, hat seinen Namen schon von seiner Nutzungsart. Seine Äste wurden so lange gekaut, bis diese Enden ausfransten und als natürliche Zahnbürsten und Zungenschaber genutzt wurden.