Zahnarztkosten – was kann man tun gegen Intransparenz?

Ein Beitrag von Wolfgang Behrendt, Zahnarzt in Wittstock und Berlin

Die Kosten für zahnärztliche Behandlungen teilen sich in solche auf, die von den Versicherungen, seien es gesetzliche oder private Krankenversicherungen, übernommen werden, und den Leistungen, die privat bezahlt werden müssen. Der Zahnarzt hat im Grunde eine Mittlerposition zwischen medizinischen notwendigen Eingriffen und ästhetischen Korrekturen. Es leuchtet jedem ein, dass es nicht Aufgabe der Gemeinschaft der Versicherten ist, für die Schönheit der Versicherungsnehmer und deren individuelle Ansprüche an ihr Aussehen Kosten zu übernehmen. Darüber hinaus sind einige Leistungen beim Zahnarzt, obwohl sie medizinisch nach allgemeiner Meinung angezeigt sind, vom Patienten direkt zu bezahlen. Das führt häufig zu Diskussionen und Verwirrungen.

Wie sind die Grundregeln der Zahnarztkosten?

Die Grundregel lautet, jeder Patient kann selbst entscheiden, was er mit seinen Zähnen machen möchte und was nicht. Das heißt, den Anspruch an das eigene Aussehen definiert jeder Mensch selbst. Wer hohe Ansprüche hat, muss ggf. viel bezahlen; wer normale Ansprüche hat, möglicherweise weniger. Hinzu kommt, dass die meisten Patienten nicht kompetent sind, was zahnärztliche Leistungen angeht. Hier muss der Zahnarzt im vertrauensvollen Gespräch mit dem Patienten eine Aufklärung schaffen. Wenn ein Eingriff medizinisch notwendig ist, wird er in der Regel von der privaten oder gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Grundlage ist hier der Heil- und Kostenplan, der vorab bei der gesetzlichen Krankenversicherung eingereicht werden muss.

Es gibt allerdings auch das Phänomen der sog. „Überversorgung“. Das ist teuer und aufwendig. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat im Jahr 2000 die Existenz von Über-, Unter- oder Fehldiagnostik unstrittig genannt und bemängelt, dass es in Deutschland hierfür an einem Gefühl für dieses Problem mangelt. Es seien überhaupt keine Daten darüber erhoben worden. Dieser Befund gilt auch im Jahr 2017 immer noch. Überversorgung bedeutet, dass man als Patient aufpassen muss, nicht zu teure oder überflüssige Leistungen zu erhalten, die dann entweder vollständig oder jedenfalls teilweise vom Patienten selbst zu bezahlen sind.

Für Fragen all dieser Art ist auch der Zahnarzt zuständig, der in einer ruhigen Atmosphäre den Patienten umfassend beraten wird.