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Hmm, wozu braucht man denn Spucke?

Der Speichel hat viele verschiedene Funktionen

Der Mund-Speichel ist wichtig und ist in der Zusammensetzung der Flüssigkeit unterschiedlich; es gibt unterschiedliche Speicheldrüsen, obwohl meist nur von Speichel oder Spucke gesprochen wird.

Der Speichel enthält Mineralstoffe für den Zahnschmelz, Enzyme für die Verdauung, schmerzstillende Opioide, antibakterielle und wundheilende Substanzen sowie Immunzellen zur Stärkung der Abwehr. Die größten und wichtigsten Drüsen, die Speichel produzieren, sind die Ohr- und Unterkiefer- und die Unterzungenspeicheldrüse.

Ohrspeicheldrüse

Die Ohrspeicheldrüse ist die Größte, die zu beiden Seiten des Gesichts von vor und unter dem Ohr liegt. Sie hat eine flache dreieckige Form und ist 20 – 30 g schwer. Der Speichel der Ohrspeicheldrüse fließt entlang der Kaumuskulatur und dringt durch den Backenmuskel und die Schleimhaut in das Innere des Mundes. Wenn man mit einem Spiegel in den Mund sieht, kann man ihren Ausgang gegenüber dem 1. oder 2. oberen Backenzahn als kleinen dunklen Punkt erkennen.

Die Ohrspeicheldrüse stellt den sog. „Primärspeichel“ her. Dieser ist flüssig und ohne jeden schleimigen Zusatz. Er ist leicht basisch und reich an Proteinen und Enzymen, vor allem an Amylase, einer Substanz, die Kohlenhydrate zu spalten vermag. Außerdem enthält der Speichel sog. „Immunglobuline“, die im Mundraum vorkommende Erreger abwerfen.

Unterkieferspeicheldrüse

Die Unterkieferspeicheldrüse liegt im hinteren Bereich des Unterkiefers zwischen Knochen- / Knochen und Halsmuskulatur und mündet seitlich das / vom Zungenbändchen in die Mundhöhle. Sie produziert den Hauptteil des Speichels, der auch schleimige Anteile enthält. Angeregt wird dieser Prozess durch das vegetative Nervensystem. Dr. Wolfgang Behrendt erläutert, dass jeder bestimmt das Gefühl kennt, wenn allein der Gedanke an eine köstliche Mahlzeit den „Speichel im Mund zusammenfließen lässt“. Durch Nervosität bekommt jeder oftmals einen trockenen Mund. Die Unterzungenspeicheldrüse befindet sich unter der Zunge und sondert ein durchsichtiges schleimiges Sekret ab. Sie ist die dritte große Speicheldrüse. Die anderen Speicheldrüsen sind: Lippendrüse, Wangendrüsen, Zungendrüsen, Mahlzahndrüsen, Gaumendrüsen, Geschmacksdrüsen.

Wozu ist der Speichel nützlich?

Speichel schützt die Zähne. Mindestens 1/2 l Speichel stellen die Drüsen täglich her, manchmal auch mehr als das Dreifache. Ein weiterer Stoff, die α-Amylase Ptyalin, ist ein Verdauungsenzym. Im Speichel finden sich Calciumionen und Immunglobuline, ein wichtiger Akteur im Immunsystem. Laktoferrin und Histatin haben eine antibakterielle Wirkung. Histatin fördert zusätzlich noch die Wundheilung. Die Stimulation erfolgt unbewusst über Reflexe, über die Reizung der Geschmacksknospen in der Mundschleimhaut und auch der Tastnerven beim Essen. Auch die Magen- und Darmnerven lösen bereits beim ersten Kontakt mit der Nahrung einen verstärken Speichelfluss aus, um das bessere Schlucken zu ermöglichen. Um die Sekretion der Säfte in Gang zu setzen, genügt aber bereits auch ein Duft oder ein Anblick, manchmal auch nur der Gedanke an etwas Leckeres.

Während gekaut wird, weicht der Speichel die Nahrung auf, trennt bereits die löslichen Substanzen, die wir als Erstes hinunterschlucken, und vermischen sich mit den festeren Teilen zu einem feuchten Brei. Gleichzeitig leitet er die Verdauung der Kohlenhydrate ein. Wenn z.B. länger auf einem Brot herumgekaut wird, wird der Geschmack im Mund leicht süßlich, weil der Speichel bereits die Kohlenhydrate des Teiges in Zuckermoleküle gespalten hat. Außerdem enthält Speichel eine Substanz, die gemeinsam mit dem im Magen produzierten Intrinsic-Faktor die Aufnahme des wichtigen Vitamins B 12 aus der Nahrung.

Spucke hält die Zähne gesund

Der Speichel ist aber auch wichtig zur Gesunderhaltung der Zähne. Der Speichel liefert Substanzen, aus denen der Zahnschmelz sich regenerieren kann. Das Zähneputzen vor dem Schlafengehen ist übrigens deswegen so besonders wichtig, weil nachts viel weniger Speichel produziert wird, Säuren im Mund ungehemmter ätzen können. Hmmm, jetzt ist klar, wozu man Spucke braucht.